Vorträge in der Vorlesungsfreien Zeit WS 14/15 (Februar – März)

Reihe zur Esoterik

Dienstag,  10.03.2015: Dr. Viola Philipp – Esoterik und kein Ende – wo liegt das Problem?

Donnerstag, 12.03.2015:  Eva Tichatschke – DU BIST DEINES EIGENEN ELENDS SCHMIED ! Das Menschenbild in Esoterik und Karma-Lehre

20Uhr in der VL-Kneipe (Ludwigstraße 37)

Womit habe ich das verdient? – Eine Frage, die sich viele Menschen nur allzu oft stellen, auch jene, die sich selbst nicht als abergläubisch oder esoterisch bezeichnen würden. In dieser Frage kommt jedoch die Annahme von Ursache und Wirkung in einem auf das eigene Handeln und (Er-)Leben begrenzten Raum oder „Kosmos“ zum Ausdruck. Die weite Verbreitung solcher und anderer Denkweisen darf kaum verwundern, wenn vom Kindermärchen bis zur romantischen Komödie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen alle lehrreichen Erzählungen bemüht sind, zu veranschaulichen, dass gute Taten mit Glück,Wohlstand oder wahlweise auch einem reichen adligen Heiratspartner belohnt werden, während schlechte Taten Pech, Armut, Einsamkeit oder gar Tod nach sich ziehen. Verschiedene esoterische Lehren, die von der Existenz des Karmas oder „guter“ und „schlechter“ Energie ausgehen, bieten dem zweifelnden Individuum Erklärungsansätze für das „Gefühl des Ungleichgewichts“ und gleichzeitig auch vermeintliche Garantien für eine glückliche Zukunft. Dafür müssen nur im Hier und Jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen und die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden. Das grundsätzliche Credo lautet also: „Du hast dein Glück selbst in der Hand.“ Bedeutet dies in der logischen Konsequenz nicht auch die eigene Verantwortung für jedes Unglück? Diese und noch weitreichendere Schlussfolgerungen aus den Ansätzen von Karma-Lehre und Co. und deren Gefahren sowie die Frage nach Gründen für die Attraktivität dieser Theorien sollen Gegenstand des Vortrags sein.

Reihe „aufgetaucht – Kritische Psychologie in Halle“

Immer 19Uhr in der Reilstraße 78 (Im Vereinshaus des „Kubultubu Rebell“)

Donnerstag, 05.03.2015: Klaus Weber – Adolf Hitler, ‘Mein Kampf’ und die Psychologie

Donnerstag, 26.02.2015: Robin Iltzsche – Die Psychiatrie im Neoliberalismus. Geschichte und Kritik der ‘Sozialpsychiatrie’

Donnerstag, 12.02.2015: Ariane Brenssell – Trauma politisch verstehen. Ansätze aus der kritischen Psychologie

Donnerstag, 29.01.2015: Katrin Reimer – Zur Kritik des Vorurteils

Donnerstag, 29.01.2015: Katrin Reimer – Zur Kritik des Vorurteils

Prof. Dr. Katrin Reimer lehrt im Bereich “Kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation” an der Hochschule Magdeburg-Stendal und arbeitete lange Zeit in der außerschulischen Bildung.

Donnerstag, 12.02.2015: Ariane Brenssell – Trauma politisch verstehen. Ansätze aus der kritischen Psychologie

Wie kann ein emanzipatorisches Traumaverstehen aussehen, und was gibt es aktuell für Kämpfe um Traumaverstehen und Traumaarbeit? Welche Bedingungen der Praxis verhindern ein solches Umdenken? Wie kann die gesellschaftliche Rahmung sexualisierter Gewalt sichtbar gemacht werden? Welche Kämpfe braucht es?

Ariane Brenssell stellt zudem das von ihr mitherausgegebe Buch „Störungen“ vor, welches im Herbst 2014 erschienen ist („Störungen“, Texte zur Kritischen Psychologie Band 4, zusammen mit Klaus Weber, Argument Verlag).

Prof. Dr. Ariane Brenssell ist Kritische Psychologin aus Berlin und Professorin für Psychologie in der Sozialen Arbeit an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein, ab Februar ist sie an der Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel tätig. Sie arbeitet u.a. zur Bedeutung neoliberaler Gewalt im Alltag, zu den Möglichkeiten partizipativer “Traumaforschung” und zur “Care Revolution”.

Donnerstag, 26.02.2015: Robin Iltzsche – Die Psychiatrie im Neoliberalismus. Geschichte und Kritik der ‘Sozialpsychiatrie’

Seit den 1960er Jahren gibt es zahlreiche Veränderungen in der psychiatrischen Versorgungslandschaft, die oft als die zweite „Befreiung von den Ketten“ dargestellt wird. Der Vortrag wird einen kurzen Überblick über die wesentlichen Veränderungen und Prozesse dieser „sozialpsychiatrische Wende“ geben und dabei versuchen, Merkmale einer neoliberalen Psychiatrie aufzuzeigen. Während zwar der Fokus auf den pharmakologischen, nosographisch-diagnostischen und strukturellen Veränderungen der Psychiatrie gelegt wird, soll auch der sich parallel vollziehende Wandel der Antipsychiatrie-Bewegung hin zu einer Selbsthilfe-Bewegung beschrieben werden.

Robin Iltzsche studiert seit 2008 Psychologie und Linguistik an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist seit 2009 Gründungsmitglied des ‘AK kritische Psychologie Frankfurt’. Seine Interessensschwerpunkte sind Psychoanalyse, Gouvernmentality Studies, Qualitative Forschung und Psychiatriekritik.

 

Donnerstag, 05.03.2015: Klaus Weber – Adolf Hitler, ‘Mein Kampf’ und die Psychologie

Um es vorweg zu sagen: Für PersönlichkeitspsychologInnen ist Hitler ein „gefundenes Fressen“. Es gibt haufenweise Material über ihn, quasi alle seine Handlungen, seine Reden und seine Schriften sind verfügbar. Kaum ein Tag seines Lebens (mit größeren blinden Flecken seiner Kindheit und Jugend), der nicht dokumentiert wäre. Mindestens fünf renommierte Historiker haben tausendbändige Biografien über ihn und sein Tun geschrieben.
Wenn die Kritische Psychologie recht hat mit der Grundannahme, dass die Begründungen für subjektives Handeln gemeinsam mit den handelnden, denkenden und fühlenden Menschen erarbeitet werden können, dann wäre bei Hitler genügend Material vorhanden, um verstehen zu können, wie sich Person, Strukturen und Verhältnisse auf eine Art und Weise verändert haben, dass so etwas wie „Faschismus“ mit Hitler möglich wurde. 

(Es gibt genügend Historiker, die davon ausgehen, ohne Hitler wäre es zum deutschen Faschismus nicht gekommen und falls schon, dann hätte er andere Strukturen und Feindbilder entwickelt).
Der Vortrag soll
a) die Probleme zeigen, die es gibt, wenn Psychologie und Hitler aufeinandertreffen,
b) Suchbewegungen entwickeln, um kritisch-psychologisch die Person Hitler als Subjekt und als Struktureffekt gesellschaftlicher Logiken zu denken,
c) darstellen, wie Hitler in „Mein Kampf“ ein Programm entwickelt, das er bis 1945 durchzieht,
d) danach fragen, welche ideologischen Muster (Hitler als das „Böse“ schlechthin, die Nazis als Barbaren etc.) aus dem Weg zu räumen sind, um Hitler und den deutschen Faschismus auch kritisch-psychologisch zu verstehen.

Dr. phil. habil. Klaus Weber ist Professor für Psychologie an der Hochschule München für Angewandte Wissenschaften. Unter anderem gibt er im Argument-Verlag die Reihe „texte kritische psychologie“ heraus, deren letzter Band „Störungen“ (gemeinsam mit Ariane Brenssell) im September 2014 erschienen ist. Seine 2003 erschienene Habilitationsschrift hat den Titel: „Blinde Flecken. Der psychologische Blick auf Faschismus und Neofaschismus“.
19 Uhr, Reilstraße 78. Der Eintritt ist frei.

 

Einzelvorträge

16.01.2015 – Krise – Bildung – Widerstand  (19:00 Uhr / VL-Infoladen Glimpflich Ludwigstraße 37)

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