Vorträge Januar 2015

Mi., 14.01. 2015, 19:00 Uhr, in den Räumen von Radio Corax, Unterberg 11, Halle
Interaktionsform und Sprachzerstörung. Die materialistische Sozialisationstheorie Alfred Lorenzers – Kritische Theorie des Subjekts

Vortrag und Diskussion mit Michael Schüßler

Trotz ihrer Wendungen zwischen Kulturismus und Biologismus ist die Psychoanalyse stets ein Feld, in dem sich der Antagonismus zwischen Natur und Gesellschaft am Menschen auftut. Im Gegensatz zu den Positionen der revisionistischen oder biologistischen Seite, aber auch gegenüber dem ‚Lacanschen Mainstream‘ hat Alfred Lorenzer versucht, für den Gegenstand der Psychoanalyse die Dialektik von Natur und Gesellschaft darzulegen und damit zugleich die methodologischen Grundlagen der psychoanalytischen Praxis als auch ihr Verhältnis zur kritischen Gesellschaftstheorie schärfer zu bestimmen.

Seine psychoanalytische Theorie stellt sich dem Widerspruchsverhältnis einer nicht in Gänze in gesellschaftlicher Praxis aufgehenden menschlichen Natur, ohne das diese einer Essentialisierung gleichkäme. Hierfür sind bei Lorenzer zwei zusammenhängende Stränge von Bedeutung. In seiner materialistischen Sozialisationstheorie zeigt er, wie in Reiz-Reaktions-Komplexen zwischen Fötus und Mutter bereits intrauterin, später in vorsprachlichen leiblich-körperlichen Interaktionsformen zwischen Neugeborenen und primären Beziehungsobjekten und vor allem in der Spracherwerbung Naturanlagen und gesellschaftliche Praxis beständig vermittelt werden. Zugleich zeichnet Lorenzer in diesem Zusammenhang von prässymbolischen Interaktionsformen und der späteren Spracherwerbung die Bruchlinien zwischen Kind und gesellschaftlichen Anforderungen als stets konflikthafte, beschädigende Subjektwerdung unter den Bedingungen gesellschaftlicher Herrschaft nach. Die Psychoanalyse Alfred Lorenzers weitet sich so zu einer Kritischen Theorie des Subjekts.

Im Vortrag möchte ich mit besonderem Fokus auf das Verhältnis von Natur und Gesellschaft am Menschen diese Kritische Theorie des Subjekts von Lorenzer darlegen und die Stärke des Ansatzes auch vor dem Hintergrund des poststrukturalistischen Mainstreams diskutieren. Hierzu werde ich den Fokus auf Lorenzers Ansatz einer materialistischen Sozialisationstheorie legen.

Eine Veranstaltung der Reihe ‚Kritische Intervention‘ des Arbeitskreises Alternatives Vorlesungsverzeichnis des Studierendenrates der MLU.

 

Do., 29.01.2015, 19:00; Reilstraße 78

Zur Kritik des Vorurteils

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Reimer

Die Kritische Psychologie blickt auf eine lange Geschichte der Auseinandersetzung mit sozialpsychologischen Konzepten und Methoden zurück, die auch Grundlage aktueller Leitvorstellungen (Vorurteile, Stereotype, Diskriminierung…) und Studien (rechtsextreme Einstellungen, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) sind, die in antifaschistischer und rassismuskritischer Praxis relevant sind. Die “Kritik des Vorurteils” zielt vor diesem Hintergrund sowohl auf ideologische Denk- und Praxisformen als auch auf eine (vorherrschende) wissenschaftliche Forschungsstrategie, die wesentliche Dimensionen ihres Gegenstandes verfehlt.

Prof. Dr. Katrin Reimer lehrt im Bereich “Kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation” an der Hochschule Magdeburg-Stendal und arbeitete lange Zeit in der außerschulischen Bildung.

http://www.aufgetaucht.blogsport.eu

 

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